Ohana – des hawaiianische Wort für Familie

„Ohana means family. Family means nobody gets left behind or forgotten“ (Lilo & Stitch, 2002)
„Ohana heißt Familie. Familie heißt, dass alle füreinander da sind und zusammenhalten“ (Lilo & Stitch, 2002)

Spätestens seit „Lilo & Stitch“ kennen wir alle diesen Ausdruck. Okey, vielleicht nur die Disney Liebhaber unter uns. Denn bei „Lilo & Stitch“ handelt es sich um einen animierten Disney-Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2002. Ohana, das ist der hawaiianische Ausdruck für Familie und beschreibt ziemlich gut das, was ich in den letzten Wochen erleben durfte. Ich habe das unfassbare Glück, von unheimlich tollen Menschen umgeben zu sein. Und so viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft zu erleben, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe! 

Mich selbst würde ich eher als sehr unabhängig und eigenständig beschreiben. Ich hasse es zum Beispiel, um Hilfe zu bitten und auf anderen angewiesen zu sein. In den letzten Wochen jedoch habe ich etwas erleben dürfen, dass mir zuvor absolut fremd war. Versteht mich nicht falsch. Ich habe tolle Freunde zu Hause und ich würde sie für kein Geld der Welt tauschen oder hergeben wollen. Aber das hier ist etwas anderes, fast übernatürlich. Etwas, das wir in Deutschland so nicht kennen.

Jeder fragt, wie er mir helfen kann …

Seit dem Moment des Unfalls auf dem Lavafeld vor drei Wochen sind ausnahmslos alle Menschen, die mir begegnet sind, hilfsbereit und zuvorkommend. Aus Deutschland bin ich es gewohnt, dass die Leute helfen, solange es in ihr eigenes Leben passt. Solange es ihre Pläne nicht über den Haufen wirft. Ich verurteile dieses Verhalten nicht, es ist eine andere Mentalität! Aber hier ist es anders. Jeder fragt, wie er mir helfen und mich unterstützen kann. Ganz nach dem Motto: „Was brauchst du? Was kann ich für dich tun?“ Vielleicht liegt es aber auch daran, dass viele im Urlaub sind und weniger Verpflichtungen haben?

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, so viel Liebe und Fürsorge zu spüren. Der Unfall ist nun 22 Tage her. Seit 22 Tagen bin ich darauf angewiesen, dass man mich mit Getränken und Essen versorgt, dass man für mich einkaufen geht, mir beim Duschen hilft, mir Sachen hinterher trägt oder bringt, mir Türen aufhält, mich zum Krankenhaus fährt, Medikamente abholt und so weiter. Die Liste fühlt sich unendlich lang an. Es kam in diesen drei Wochen noch nicht ein einziges Mal vor, dass mir jemand komisch kam oder ich zurückgewiesen wurde.

Ich bin nicht religiös. Aber ich glaube daran, dass die Dinge im Leben so kommen, wie sie kommen sollen. Vielleicht so etwas wie Bestimmung, oder ein Plan des Universums. Ich versuche, immer das Gute in den Dingen zu sehen. Und ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass der Unfall mir zeigen sollte, wie viele tolle und wertvolle Menschen ich in meinem Umfeld habe. Ich habe das große Glück, am eigenen Leib zu erfahren, wie wunderbar es ist, wenn Menschen für einander da sind und für einander einstehen. Das ist Ohana!