Hawaii hautnah –
mit Nadel und Faden zur Lei

Lei-Blumen-auffädeln

Vor drei Jahren bekam ich meine allererste Lei geschenkt und war stolz wie Oskar! Ich habe selten etwas mit so viel Stolz getragen wie diesen Blumenkranz. Die original hawaiianischen bzw. polynesischen Leis werden aus frischen Blumen per Hand gefertigt und duften wunderschön. Allein deswegen muss ich unbedingt auf Hawaii heiraten 😉 .

In Deutschland kennt man ja vor allem diese Plastikblumenkränze, die zu Karibik-Partys oder zum Karneval ausgepackt werden. Die finde ich richtig schlimm. Sie werden einem in sämtlichen Ramschläden hinterher geschmissen, fusseln und schreien quasi „made in China.“ Streng genommen sind sie eine Beleidigung für die echten, frischen und duftenden Leis. Aber nun ja, in unseren Breitengraden wachsen wohl einfach die falschen Blumen.

Eine Lei kauft man nicht – man bekommt sie geschenkt

In der hawaiianischen Kultur werden Leis zu den verschiedensten Anlässen verschenkt: Zu Hochzeiten, Geburtstagen, zur Begrüßung, Geburt, zum Uniabschluss oder als Zeichen von Freundschaft und Liebe. Selbst auf Beerdigungen sieht man die traditionellen Leis. 2014 bekam ich dann (endlich!) von einem Freund am Flughafen meine erste Lei. Auch wenn ich schon seit Jahren gerne mal eine Lei gehabt hätte, die kauft man sich ja nicht selbst. Eine Lei bekommt man geschenkt!

Von Freunden hatte ich gehört, dass man in Waikiki in die Kunst des „Lei Making“, also des Blumenkränzeerstellens eintauchen kann. Ich wollte das schon immer mal ausprobieren. Und nach meinem Beinbruch war das die perfekte, nicht-sportliche Aktivität für mich.

Lei-Kurs-unter-Anleitung

Ukulele, Hula und Lei an sieben Tagen der Woche

Das Royal Hawaiian Center ist eins der größten Shopping Center Hawaiis und grenzt direkt an das historische Royal Hawaiian Hotel an der Kalakaua Ave. Neben zahlreichen Shoppingmöglichkeiten hat man hier die Chance, hawaiianische Kultur zu erleben bzw. auszuprobieren. Sieben Tage die Woche hat man hier die Chance, Ukulele spielen zu lernen, Hula zu tanzen oder eben Leis anzufertigen. Und das alles kostenfrei! Auf der Website des Royal Hawaiian Centers kann man unter „Complimentary Cultural Programming“ nachschauen, an welchem Tag welche Schnupperkurse angeboten werden.

Lei-verschiedene-Blüten

Mit Nadel und Faden zur ersten selbstgemachten Lei

In dem einstündigen Kurs wurden wir zunächst in die Tradition der Blumen-Leis eingeführt. Dann bekam jeder einen Korb mit frisch gepflückten Blumen – was das für eine Arbeit sein muss! Dazu gab es Nadel und Faden, eine kurze Einführung und los ging‘s auch schon.

Die Anordnung der Blumen war jedem selbst überlassen. Jedoch sollten wir darauf achten, dass unsere Lei nicht zu geruchsintensiv wird. Wir nahmen Orchideenblüten als Basis. Sie sehen toll aus und duften nicht zu intensiv. Als Highlights hatten wir dann noch zwei kleinere Blütensorten, insbesondere die Weißen dufteten sehr gut, wenn auch total intensiv.

Die Blüten werden von oben nach unten „aufgespießt“, das heißt, man sticht die Nadel durch die Blüte hindurch und kommt durch den Stiel wieder hinaus. Es erfordert einiges an Feingefühl, die Nadel wirklich mittig durch die Blüte zu führen. Auch das anschließende Herunterziehen auf den Faden darf man nicht mit zu viel Kraft oder Ungeduld angehen. Die frischen Blüten sind nämlich nicht super robust.

So arbeiteten wir konzentriert vor uns hin. Nach rund einer Stunde hatten wir alle strahlende und gut duftende Blumen-Leis. Diese wurden nach dem Verknoten noch mit Wasser eingesprüht, damit sie länger frisch bleiben. Möchte man, dass die Lei sich einige Tage hält, sollte man sie nach jedem Tragen in den Kühlschrank legen und regelmäßig mit Wasser einsprühen.

Lei-fertiger-Blumenkranz

Ich habe meine aber direkt nach dem ersten Tag zum Trocknen aufgehängt. Ich hatte Angst, dass sie sonst verwelkt. Jetzt hängt sie, genau wie meine allererste Lei, in meiner Berliner Wohnung.

Wenn ihr also Lust habt, auch mal eure eigene frische Lei zu machen, schaut im Royal Hawaiian Center vorbei. Die Plätze für den Kurs sind allerdings begrenzt. Daher seid ca. 20-30 Minuten vor Kursbeginn da, wenn ihr sichergehen wollt, einen Platz zu bekommen. Ich finde es lohnt sich!