Fernweh nach Hawaii
oder einfach „Hawaiiweh“

Fernweh nach Hawaii-Blume-Plumeria-in-einem-Buch

Hawaiiweh, das (n.) – 1. Fernweh nach Hawaii haben; 2. Hawaii so sehr vermissen, dass es weh tut.

Ein halbes Jahr ist es nun her, dass ich Hawaii verlassen habe. Verlassen musste. Diese Insel verlässt man ja schließlich nicht freiwillig. Nicht einmal mit gebrochenem Bein. Sechs Monate bin ich nun also schon wieder zurück. Es vergeht kein Tag, an dem Hawaii nicht auf irgendeine Weise meine Gedanken kreuzt. Über meinem Bett hängt ein riesiges Bild eines Surfers – selbst geschossen an der North Shore Oahus. Neben meinem Bett begrüßt mich eine getrocknete Blumenkette. Im Bad hängt eine große Karte aller Inseln. Die Playlist auf Spotify, mit der ich morgens in den Tag starte, habe ich „Hawaii“ getauft. Und auch im Rest der Wohnung erinnert überall etwas an dieses Paradies mitten im Pazifik.

Fernweh nach Hawaii – eine Art Fernbeziehung

Als ich vor einem halben Jahr auf dem Lavafeld stürzte, hätte ich nicht einmal im Traum daran gedacht, dass sich das alles so lange hinzieht. Sechs bis acht Wochen braucht ein Knochenbruch in der Regel, bis er verheilt ist. Aber ich bin ja nun mal nicht die Regel. Ich bin ein kleiner Draufgänger und wenn ich Sachen mache, dann richtig! So ist es eben auch mit dieser Inselkette. Hawaii zu vermissen und regelmäßig nach Flügen dorthin zu suchen, ist für mich ganz selbstverständlich. So macht man das doch bei Fernbeziehungen, oder? Man denkt aneinander, auch wenn man räumlich getrennt ist. Man sucht immer wieder nach Wegen, sich bald wiederzusehen.

Bereits im Krankenhaus habe ich damals gesagt, dass ich zurück kommen werde, sobald ich wieder fit bin. Es konnte ja keiner ahnen, dass ich mich das ganze Jahr mit diesem blöden Beinbruch rumärgern würde. Tja, und so rückt der nächste Trip nach Hawaii in weite Ferne. Mir bleibt nichts als anderes übrig als geduldig unsere Fernbeziehung zu ertragen und darauf zu warten, meine große Liebe wiederzusehen.

Auf der Suche nach Hawaii im Großstadtdschungel

So entstand auch der Ausdruck „Hawaiiweh“. Stünde der Begriff im Duden, klänge das wahrscheinlich so: Hawaiiweh, das (n.) – 1. Fernweh nach Hawaii haben; 2. Hawaii so sehr vermissen, dass es weh tut.

Eine Freundin und ich haben diesen Ausdruck mittlerweile fest in unseren Wortschatz integriert. Wir versuchen, unsere Trauminsel so gut es geht nach Berlin zu holen. Wir besuchen Surf Film Events und hören hawaiianische Musik. Ich stöbere immer wieder durch Fotos und schaue Dokumentationen über das Inselparadies. Neulich erst habe ich gesehen, dass in Berlin-Mitte ein hawaiianisches Restaurant eröffnet hat. Da muss ich unbedingt mal hin! Das Essen wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht so gut sein wie vor Ort, aber immer hin ein kleines Stück Hawaii im Großstadtdschungel.

Auch wenn ich mich noch gedulden muss, bis ich wieder nach Hawaii fliegen kann, allein der Gedanke an die Zeit dort macht es ein Stückchen erträglicher. Hawaii ist mein Zuhause. Der Ort, an dem ich mich wohl fühle und sich alles so richtig anfühlt. Wenn mein Fuß wieder ganz fit ist, wird der nächste Urlaub gebucht. Und drei Mal dürft ihr raten wohin 😉 !

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